Corona-Krise an den Börsen – Welche Chancen bieten sich?

Wir erleben derzeit eine globale Krise von bislang unvorstellbarem Ausmaß. Dabei befinden wir uns gerade wohl im Auge des Sturms und das Ende ist offen. Die Fußballligen auf dieser Welt pausieren. Die Eishockeysaison wurde in Deutschland frühzeitig beendet. Damit gibt es keinen Deutschen Meister in der Saison 2019/20.

Doch vielleicht ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, um an sein Geld zu denken und am globalen Aktienmarkt aktiv zu werden.

Wie ist das gemeint? Was bedeutet das für Dein Vermögen und wie kannst Du gestärkt aus der Krise hervorgehen?

 

Wie schlimm ist es?

 Wir haben zur aktuellen Krise fünf vergleichbare Börsenszenarien in den vergangenen 40 Jahren gefunden. Dabei fällt auf, dass bislang in keiner der Krisen in so wenigen Handelstagen ein solch hoher Verlust aufgelaufen ist. Was also die Schnelligkeit der Abwärtsbewegung betrifft, ist die Corona-Krise jetzt schon der neue, traurige Rekordhalter. In jeder Krise kam es aber auch zu einer „Bodenbildung“. Danach schloss sich jeweils eine Findungsphase an, in der es recht schwankungsintensiv auf und ab ging, bevor es zu einem weiteren Richtungsentscheid kam. In der Grafik unten siehst Du das am Kursverlauf der Krisen, gemessen vom jeweiligen Kurshöchststand über die folgenden 200 Handelstage.

Prognosen über den weiteren Verlauf verbieten sich - wie immer. Natürlich wissen wir nicht, wann in der aktuellen Krise die Bodenbildung beginnt. Aber die vergangenen Krisenverläufe legen nahe, dass der große Schockmoment hinter uns liegen dürfte. Wir müssen aber mit stark schwankenden Kursen in den kommenden Monaten rechnen.

Nun zum hoffnungsvollen Teil der Botschaft. Wer in der Krise nicht in Panik geriet, sondern an seiner Aktienanlage festhielt oder aufstockte, wurde über die folgenden Jahre belohnt:

Krisenjahr19871990199820082011
Durchschnittliche Jahresrendite über die folgenden 10 Jahre


(gemessen ab dem ersten Krisentiefstand)

+ 10,4%+ 12,8%+ 5,2%+ 5,3%+ 10,5%

 

Was bedeutet das für die Geldanlage?

 

"Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld."

André Kostolany

 

Viele von uns kennen keine echten Verlustzeiten mehr an den Börsen. Aufgeputscht durch billiges Geld, haben wir in den letzten 10 Jahren praktisch nur Aufwärtsbewegungen erlebt. Jetzt kommt der Schmerz umso geballter. Wenn Du Aktien besitzt und 5-10 Jahre Zeit hast, diese für Dich arbeiten zu lassen, halte daran fest, denn…

 

"Wer mit Aktien Geld verdienen will, macht dies nicht mit dem Kopf oder mit dem Bauch, sondern mit dem Hintern, indem er möglichst lange drauf sitzen bleibt."

Autor Unbekannt

 

Nun heißt es Ruhe bewahren. Die kommenden Wochen werden Überraschungen mit sich bringen, gute wie schlechte. Die Kurse werden heftig zucken, aber die Welt geht nicht unter. Wer jetzt die Nerven behält, wird über kurz oder lang belohnt. Verkaufen MÜSSEN derzeit vor allem institutionelle Anleger (also Versicherungen, Pensionskassen, Stiftungen, etc.) deren Anlagerichtlinien diesen keine andere Wahl lassen, da vordefinierte Wertuntergrenzen und Risikobudgets einzuhalten sind. Diese Anlegergruppe ist also großenteils gezwungen Vermögenswerte zum Ramschpreis zu verkaufen. Du als Privatanleger musst nicht verkaufen, ganz im Gegenteil…

 

"Der Preis ist das, was Du bezahlst. Der Wert ist das, was Du bekommst."

Warren Buffett

 

Es herrscht eine Rabattschlacht an den Börsen. Verwunderlich dabei ist nur, dass die meisten Anleger davor weglaufen, anstatt zuzugreifen. Ein weltweit gestreutes Aktienportfolio kostete Mitte Februar noch 1 Euro, nun bekommen Sie es für 60 Cent. Du glaubst doch wohl nicht, dass die Weltwirtschaft durch einige Monate Zwangspause zugrunde geht, oder? Genau wie die allermeisten Corona-Infizierten, werden in den kommenden Monaten und Jahren auch die meisten Großunternehmen dieser Welt wieder genesen. Natürlich wird es Opfer geben, aber mache Dir klar, dass die wichtigsten Unternehmenswerte von dieser Krise nicht getroffen werden: materielle sowie nicht-materielle Werte bleiben dieselben nach der Krise, wie vor der Krise. Auch der Großteil des Humankapitals wird den Unternehmen nach der Krise als nach wie vor wichtigste schöpferische Kraft zur Verfügung stehen.

Für Geld, dass Du also sicher in den kommenden Jahren nicht benötigst, bietet sich jetzt die seltene Gelegenheit im wahrsten Sinne „preiswert“ einzukaufen.

Bleibt natürlich die Frage, wie man es am besten anstellt…

 

"Ich habe bei meinen Börsenspekulationen nie zu den Dummköpfen gehört, die immer wieder den unmöglichen Versuch machen, nur zum niedrigsten Kurs zu kaufen und zum höchsten zu verkaufen."

Amschel Meyer Rothschild

 

In jedem Fall gilt es zu vermeiden, nach irgendwelchen Signalen Ausschau zu halten, die auf eine Erholung oder einen Tiefpunkt deuten. Du musst zunächst akzeptieren, dass Du nicht zum Tiefpunkt kaufen wirst. Musst Du aber auch nicht, solange Du überhaupt an der Rabattschlacht teilnimmst. Da niemand weiß, welche Züge dieser beispiellose Ausverkauf noch annimmt, macht ein regelbasiertes Vorgehen Sinn. Wir haben hierzu ein Staffelmodell erarbeitet, das mit einer prozentualen und einer zeitlichen Kaufstaffelung arbeitet, um unabhängig vom tatsächlichen Kursverlauf der kommenden Monate einen vorteilhaften Mischkurs zu bekommen.

Wir sind sicherlich nicht für eine übermäßig offensive Anlagephilosophie bekannt. Ganz im Gegenteil sind wir in den vergangenen Jahren nicht müde geworden, für eine Wertglättung im Aktienbereich zu plädieren. Die derzeitige Entwicklung hat die Ausgangssituation quasi über Nacht massiv verändert, so dass auch die Anlagestrategie angepasst werden sollte. Um es mit Warren Buffett zu sagen: „Sei ängstlich, wenn die Welt gierig ist und sei gierig, wenn die Welt ängstlich ist.”

Wir sind der Meinung, dass die Angst ausreichend groß ist, um jetzt die Bremsen zu lösen und aufs Gaspedal zu wechseln – aber nur mit einer klaren Strategie.