Interview mit Malcolm Cacutalua vom FC Erzgebirge Aue

Diese Woche interviewte ich Malcolm Cacutalua. Wir sprachen über seinen Weg in den Profifußball, seine schwerwiegende Verletzung im letzten Jahr und wie er über die Zeit nach dem Fußball denkt. Wie immer kam auch das Thema Geldanlage nicht zu kurz. 

 

FERDINAND HERFELDT: Hallo Malcolm, du stehst beim FC Erzgebirge Aue unter Vertrag. Welche Stationen hast du von der Jugend an bisher im Fußball durchlaufen?

MALCOLM CACUTALUA: Hallo Ferdi, ich bin in der U13 zum 1.FC Köln gewechselt und habe da drei Jahre bis zur U15 gespielt. Nach der U15 war der Weg beim 1.FC Köln für mich zu Ende und ich habe die beiden U17 Jahre bei SF Troisdorf und SV Bergisch Gladbach 09 verbracht. Auch das erste halbe Jahr der U19 habe ich noch bei Bergisch Gladbach gespielt. Im Winter bin ich dann in die U19 von Bayer 04 Leverkusen gewechselt. Dort habe ich nach anderthalb Jahren meinen ersten Profivertrag unterschrieben. Nach einem weiteren Jahr, in dem ich regelmäßig mit der Profimannschaft von Bayer Leverkusen trainieren durfte und in der Regionalliga Mannschaft gespielt habe, wurde ich für zwei Jahre zum VfL Bochum ausgeliehen. Dort habe ich meine ersten Spiele im Profibereich absolviert. Nach den zwei Jahren bin ich zu Arminia Bielefeld gewechselt und nach einem Jahr zum FC Erzgebirge Aue. Dort spiele ich jetzt seit drei Jahren.

FERDINAND HERFELDT: Du hast also einen abwechslungsreichen Weg hinter dir. An welche Erlebnisse im Fußball erinnerst du dich gerne zurück?

MALCOLM CACUTALUA: Es gab schon mehrere, sehr unterschiedliche, Momente im Fußball, an die ich mich sehr gerne erinnere. Der erste besondere Moment war, als ich das erste Mal mit den Profis bei Bayer Leverkusen trainieren durfte. Auch jede Kader Nominierung für die Bundesliga bei Bayer Leverkusen war was besonderes. An mein Debüt im Profifußball für den VfL Bochum werde ich mich auch immer gerne erinnern. Von solchen Momenten habe ich seit meiner Kindheit geträumt. Als wir die Relegation mit Aue gewonnen haben, war das auch ein ganz besonderes Gefühl der Erleichterung. Diese vorher unbekannte Drucksituation gemeistert zu haben, war eine tolle Erfahrung. Und zuletzt mein Comeback nach 14 Monaten und zwei Gelenkverletzungen mit einem Tor zu feiern, wird auch immer in besonderer Erinnerung bleiben.

FERDINAND HERFELDT: Was muss deiner Meinung nach, ein junger Fußballer mitbringen, um sich im Profibereich durchzusetzen?

MALCOLM CACUTALUA: Meiner Meinung nach ist das Wichtigste die mentale Stärke. Man muss schnell lernen mit persönlichem Misserfolg umzugehen und sich dadurch nicht entmutigen zu lassen. Wer es schafft, auch in Phasen in denen es nicht so gut läuft, fleißig an sich zu arbeiten und trotzdem sein Selbstvertrauen nicht zu verlieren, hat gute Chancen es weit zu bringen.

FERDINAND HERFELDT: Du hattest 2019 eine schwere Knieverletzung. Vor kurzem hast du dann dein erfolgreiches Comeback gefeiert. Wie bist du mit deiner Verletzung umgegangen und wie sah dein Weg zurück auf den Platz aus?

MALCOLM CACUTALUA: Nach meinem Kreuzbandriss im März 2019 wurde ich in Köln operiert und durfte die Reha in Leverkusen bei Bayer 04 absolvieren. Wenn man erstmal die Enttäuschung über die schwere Verletzung überwunden hat, freut man sich über jeden Fortschritt, den man macht. Sich immer wieder bewusst zu machen, was man wieder kann und bereits geschafft hat, war wichtig während der langen Reha. Mit diesem Bewusstsein habe ich Woche für Woche in der Reha daran gearbeitet, wieder auf dem Platz stehen zu können, bis es soweit war. Entscheidend war aber auch, dass ich während der gesamten Reha in meiner Heimat war, wo ich meine Freunde und Familie immer um mich hatte. Das hat mir während der Zeit geholfen, mit der Situation besser umgehen zu können und im Nachhinein kann ich sogar sagen, dass diese Zeit auch ihre gute Seite hatte. Ich konnte Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen, die ich sonst nicht gehabt hätte.

FERDINAND HERFELDT: Wie sehen deine sportlichen Ziele für die nächsten Jahre aus?

MALCOLM CACUTALUA: Wenn man eine schwere Verletzung hatte, ist das erste Ziel erstmal gesund zu bleiben. Aber ansonsten will ich mich als Sportler stetig verbessern und durch harte Arbeit bestmögliche Leistungen bringen.

FERDINAND HERFELDT: Denkst du auch hin und wieder an die Zeit nach dem Fußball oder bereitest du dich während deiner aktiven Karriere sogar darauf vor?

MALCOLM CACUTALUA:  Ja, ich denke auch schon an die Zeit nach der aktiven Karriere. Mir ist bewusst, dass ich noch relativ jung bin, wenn ich mit dem Profifußball aufhöre und möchte nach Möglichkeit dann aber trotzdem auch etwas machen, was ich wirklich gerne mache. Mich hat schon immer die Funktionsweise des Körpers interessiert und wie Fitness und Gesundheit entsteht. Das hat sich durch meine Zeit in der Reha noch verstärkt. Deswegen absolviere ich aktuell auch schon Lizenzen die sich mit dem Thema beschäftigen.

FERDINAND HERFELDT: Welche Rolle sollte deiner Meinung das Thema Geldanlage bei Profifußballern spielen?

MALCOLM CACUTALUA: Das Thema Geldanlage sollte eine große Rolle für Profifußballer spielen. Als Profifußballer verdient man für den Moment zwar gutes Geld, aber nur die wenigsten verdienen so viel, dass sie sich keine Gedanken mehr darum machen müssen.

FERDINAND HERFELDT: Welche Anlageklassen nutzt du selber gerne für deinen Vermögensaufbau?

MALCOLM CACUTALUA: Ich selber nutze hauptsächlich Immobilien als Vermögensaufbau, beschäftige mich aber auch mit Investmentfonds, um eine alternative Strategie zu haben.

FERDINAND HERFELDT: Was machst du gerne außerhalb des Fußballfeldes?

MALCOLM CACUTALUA: Außerhalb des Fußballfeldes versuche ich mich in Themen zu bilden, die mich interessieren. Außerdem versuche ich, wenn es geht, die Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Da ich weit weg von zu Hause Fußball spiele, ist diese Zeit immer wertvoll.

FERDINAND HERFELDT: Welchen Beruf möchtest du gerne nach deiner Zeit als Fußballprofi ausüben?

MALCOLM CACUTALUA: Einen konkreten Plan gibt es noch nicht. Aber es wird wahrscheinlich in die Richtung Fitness und Gesundheit gehen.

FERDINAND HERFELDT: Vielen Dank Malcolm für dieses kurzweilige Gespräch.

MALCOLM CACUTALUA: Sehr gerne.

 

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