Interview mit Benjamin Henrichs vom AS Monaco

Diese Woche interviewte ich Benjamin Henrichs. Wir sprachen über sein Debüt in der Bundesliga und der Nationalmannschaft, seine sportlichen Ziele in der Zukunft und mit was er sich neben dem Platz beschäftigt. Auch das Thema Geldanlage durfte natürlich nicht fehlen.

FERDINAND HERFELDT: Hallo Benny, du hast bei Bayer 04 Leverkusen die Jugend durchlaufen. Wie ging es dann für dich weiter?

BENJAMIN HENRICHS: Ich habe dann mit 18 Jahren mein Debüt gegen Dortmund gegeben, im größten Stadion Deutschlands. Es war wirklich ein Traum, der für mich in Erfüllung gegangen ist. Meine gesamte Jugend habe ich quasi auf diesen Moment hingearbeitet. Danach wurde ich von meinem damaligen Trainer Roger Schmidt zum Außenverteidiger umgeschult und knapp 10 Monate nach meinem Debüt war ich Nationalspieler.

FERDINAND HERFELDT: Welche Eigenschaften eines Spielers sind deiner Meinung nach wichtig, um sich im bezahlten Fußball zu behaupten?

BENJAMIN HENRICHS: Durchhaltevermögen! Vor allem als junger Spieler, der gerade im Seniorenbereich angekommen ist, braucht man Geduld. Es läuft nicht alles so einfach ab, wie in der Jugend. Wenn du nicht sofort jedes Spiel über 90 Minuten machst, was eigentlich auch normal ist, musst du dich in Geduld üben und weiter hart an dir arbeiten, bis deine Chance kommt. Wenn sie dann aber kommt, musst du sofort bereit sein und zeigen, dass du auf diesem Level auch spielen kannst.

FERDINAND HERFELDT: Die Saison in der Ligue 1 ist bereits wegen Corona abgebrochen. Wie hältst du dich in diesen Zeiten fit und wie sieht dein momentaner Alltag aus?

BENJAMIN HENRICHS: Ich habe mein eigenes Gym in Leverkusen und trainiere dort normalerweise täglich. Da die Liga jetzt aber abgesagt wurde und wir noch bis zum Trainingsstart am 01. Juli warten müssen, nehme ich mir einen kurzen „Urlaub“ und trainiere nicht mehr täglich.

FERDINAND HERFELDT: Du denkst in Zeiten von Corona auch verstärkt an Menschen, die durch Corona in Schwierigkeiten geraten sind. Seit kurzer Zeit unterstützt du deshalb die Initiative WeKickCorona, die von Joshua Kimmich und Leon Goretzka ins Leben gerufen wurde. Wie stehst du persönlich zu solchen Projekten?

BENJAMIN HENRICHS: Generell denke ich, dass es wichtiger ist zu geben, als zu bekommen. Die Freude, die man in den Gesichtern sieht, wenn Menschen in Not geholfen wird, ist für mich wirklich ein Segen. Ich denke, dass viele meiner Fußballer-Kollegen es ähnlich sehen, wie man zum Beispiel in Zeiten der Corona Krise gesehen hat und weiterhin auch sieht.

FERDINAND HERFELDT: An welche Erlebnisse im Fußball erinnerst du dich gerne zurück?

BENJAMIN HENRICHS: An das beste Spiel meiner Karriere. Das war im Wembley Stadion gegen Tottenham. 90.000 Zuschauer, Champions League und wir haben das Spiel mit 1:0 gewonnen. Bis heute denke ich immer wieder an diesen Tag zurück und bin dankbar dafür, dass ich meinen Traum lebe.

FERDINAND HERFELDT: Du hattest leider auch schon hin und wieder mit kleineren Verletzungen während deiner Karriere zu tun. Wie schaffst du es in solchen Zeiten, dich vor allem mental wieder nach oben zu kämpfen?

BENJAMIN HENRICHS: Ich war nie wirklich länger verletzt und kann deswegen dazu nur schwer etwas sagen. Aber natürlich ist es wichtig, gerade in diesen Phasen jeden Tag noch härter und länger zu arbeiten, um so schnell wie möglich wieder auf dem Platz stehen zu können.

FERDINAND HERFELDT: Wie sehen deine sportlichen Ziele in den nächsten Jahren aus?

BENJAMIN HENRICHS: Ich will auf jeden Fall in die Nationalmannschaft zurück. Ich habe bis jetzt 3 Mal für Deutschland gespielt und es sollen noch viele Spiele folgen!

FERDINAND HERFELDT: Profifußballer haben aufgrund ihres Gehalts einen großen Hebel beim Thema Vermögensaufbau. Wie intensiv beschäftigen sich aus deiner Erfahrung heraus junge Fußballer mit dem Thema Geldanlage und für wie wichtig hältst du dieses Thema persönlich?

BENJAMIN HENRICHS: In der Kabine ist der Vermögensaufbau bzw. die Geldanlage eigentlich nie ein Thema. Ich selber habe mich anfangs auch nicht wirklich darüber informiert, weil ich mir gedacht habe, lasst mich einfach nur Fußball spielen und mich meinen Traum leben. Mittlerweile weiß ich aber, dass ich mir auch Gedanken um das Leben nach der Karriere machen muss und je früher man damit anfängt, desto besser ist es.

FERDINAND HERFELDT: Welche Anlageklassen findest du selber besonders interessant für deinen Vermögensaufbau?

BENJAMIN HENRICHS: Ich setze nicht alles auf eine Karte, sondern verteile das Geld über mehrere Anlageklassen. Ich investiere In Immobilien, in Aktien und auch in Projekte in Ghana habe ich schon investiert.

FERDINAND HERFELDT: Was begeistert dich sonst noch neben dem Fußball?

BENJAMIN HENRICHS: Ich bin momentan dabei Keyboard zu spielen. Es läuft schon relativ gut. Also werde ich mir wahrscheinlich bald ein Klavier kaufen und auch Stunden nehmen.

FERDINAND HERFELDT: Hast du bereits Träume und Ziele für die Zeit nach deiner sportlichen Karriere?

BENJAMIN HENRICHS: Ich denke, ich werde auf jeden Fall im Fußballbereich weiterarbeiten. In welcher Funktion weiß ich noch nicht, aber ein Leben komplett ohne Fußball kann ich mir einfach nicht vorstellen.

FERDINAND HERFELDT: Vielen Dank für das Interview, Benny.

BENJAMIN HENRICHS: Sehr gerne.

 

Foto Benjamin Henrichs: Credit: imago images / PanoramiC