Interview mit Jonas Meffert von Holstein Kiel

Diese Woche interviewte ich Jonas Meffert. Wir sprachen über seine Leidenschaft für den Fußball, die Höhen und Tiefen des Fußballgeschäfts und welchen Stellenwert für ihn das Thema Vermögensaufbau hat.

 

FERDINAND HERFELDT: Hallo Jonas, wie sah dein Start in den Profifußball aus und wie ging es dann bis zu deiner jetzigen Station weiter?

JONAS MEFFERT: Mein Start war in Karlsruhe und der war nicht perfekt, da ich 10 Spiele auf der Bank saß. Danach habe ich aber direkt regelmäßig gespielt. Es gab auf jeden Fall Höhen und Tiefen in meiner bisherigen Karriere. Mittlerweile spiele ich bei Holstein Kiel und bin sehr glücklich, dass es so gekommen ist.

FERDINAND HERFELDT: Was muss deiner Meinung nach ein Spieler mitbringen, um sich im Profigeschäft durchzusetzen?

JONAS MEFFERT: Mein Lieblingswort dafür habe ich in Freiburg bei Christian Streich gelernt: Frustrationstoleranz! Wenn man die mitbringt, immer hart an sich arbeitet und immer weiter macht – auch in schwierigen Phasen – dann hat man gute Chancen das Bestmögliche zu erreichen.

FERDINAND HERFELDT: An welche besonderen Erlebnisse im Fußball erinnerst du dich gerne zurück?

JONAS MEFFERT: Ich erinnere mich sehr gerne an meine erste Saison in Karlsruhe zurück. Wir hatten eine super Mannschaft, immer sehr viel Spaß und am Ende haben wir sogar mit dir, Maxxer (Anm.: Philipp Max, FC Augsburg) und Tim Grupp alle zusammen trainieren können. Das war wie mit Freunden auf den Bolzplatz zu gehen und einfach Spaß zu haben. Dieses Gefühl ist selten im Profifußball.

FERDINAND HERFELDT: Auch in der zweiten Bundesliga rollt der Ball nun wieder. Wie fühlst du dich, wenn du vor leeren Rängen spielst?

JONAS MEFFERT: Ich spiele natürlich lieber vor Zuschauern. Das ist ja das Besondere in der 2. Liga und macht diese auch aus. Sobald aber der Ball rollt, vergisst man das. Ich habe ja auch früher in der Jugend vor leeren Rängen gespielt und hatte Spaß.

FERDINAND HERFELDT: Welche sportlichen Ziele hast du für die nächsten Jahre?

JONAS MEFFERT: Ich möchte mich natürlich verbessern, am liebsten mit Kiel. Mein Ziel ist es aber vor allem, einfach gesund zu bleiben und mit Freude Fußball zu spielen.

FERDINAND HERFELDT: Du hattest bereits auch schon mit Verletzungen zu kämpfen. Was geht dir in solchen Phasen durch den Kopf und wie schaffst du es, gestärkt daraus hervorzugehen?

JONAS MEFFERT: Ich hatte eine schwere Verletzung, in der ich ungefähr 14 Monate kein Spiel im Profifußball gespielt habe. Die Hälfte davon durfte ich zum Glück in Köln Reha machen. In der Zeit habe ich bei meiner Familie gewohnt und konnte durchgehend mit meinen Freunden Sachen nachholen, die ich nicht machen konnte als ich fit war, wie zum Beispiel Studenten-Partys unter der Woche (lacht). Das war mit die beste Zeit in meiner Karriere. Deshalb weiß ich auch, dass ich sofort aufhören würde, wenn ich keinen Spaß mehr am Fußball haben sollte. Es gibt auch andere schöne Dinge im Leben, gute Freunde und die Familie.

FERDINAND HERFELDT: Mit welchen Themen beschäftigst du dich gerne neben dem Fußball?

JONAS MEFFERT: Momentan absolviere ich ein Fernstudium an der IUBH. Das ist eine private Uni, bei der ich alles online bearbeiten kann. Ich studiere BWL, weil ich einfach viel Zeit habe und ich diese Zeit relativ sinnvoll nutzen möchte. Außerdem gibt es mir ein gutes Gefühl, Prüfungen zu bestehen und einfach mehr zu wissen als vorher. Ansonsten mache ich viel mit meinen Nachbarn und gehe fast jeden Tag am Meer mit meinem Hund spazieren. Als Kölner ist es etwas Besonderes, jeden Tag so nah am Meer zu sein.

FERDINAND HERFELDT: Für wie wichtig hältst du einen frühzeitigen Vermögensaufbau bei Profifußballern und warum?

JONAS MEFFERT: Für mich ist das Thema an sich sehr interessant, ich lese gerne viel dazu und frage gerne Menschen aus, die Ahnung von Vermögensaufbau haben, wie du natürlich weißt (lacht). Ich denke allerdings, dass generell die Vereine oder auch die DFL den Spielern viel mehr helfen müssten. Du gehst ja mit gutem Beispiel voran und machst das bereits. Eins ist auch klar: Je früher ein Spieler damit anfängt, desto besser. Aber das kann sich im Prinzip auch jeder ausrechnen. Allerdings sollte man aber auch nicht nur daran denken und zu viel zurücklegen. Schließlich will man sich ja auch mal was gönnen und Spaß haben im Leben und nicht nur ans Sparen denken oder an das Leben nach dem Fußball. Ein bisschen im Hier und Jetzt zu leben, kann nicht schaden.

FERDINAND HERFELDT: Beschäftigen sich aus deiner Erfahrung heraus viele Fußballer mit dem Thema Geldanlage?

JONAS MEFFERT: Ich glaube, dass sich mehr damit beschäftigen als früher und dass es auch tendenziell mehr Spieler tun werden. Eigentlich sollte sich jeder Spieler damit beschäftigen, um nicht von Menschen ausgenutzt zu werden, die nur an das Geld der Spieler oder ihren eigenen Profit denken. Mit etwas Wissen über das Thema Geldanlage, könnte ein Spieler einfacher erkennen, wer einem seriös und vernünftig hilft und wer nicht.

FERDINAND HERFELDT: Welche Anlageklassen nutzt du für deinen Vermögensaufbau und welche findest du darüber hinaus vielleicht interessant?

JONAS MEFFERT: Ich habe verschiedene Anlagestrategien und mir wird dabei auch geholfen, weil ich selber am besten weiß, dass Profis in ihrem Bereich, auch wenn sie Geld kosten, mir weiterhelfen können. Darüber hinaus habe ich aber auch Depots, in denen ich selber Aktien kaufe oder Sparpläne für verschiedene ETFs eingerichtet habe. Immobilien werde ich erben, sodass ich in diesem Markt selber überhaupt nicht aktiv bin. Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass ich das Vermögen streue. Vielleicht habe ich den Tipp ja von dir (lacht).

FERDINAND HERFELDT: Wenn du es dir aussuchen könntest: Welche berufliche Laufbahn würdest du gerne nach dem Fußball einschlagen?

JONAS MEFFERT: Nach dem Fußball würde ich gerne verschiedene Berufe ausprobieren. Ich würde gerne bei Menschen zuschauen, die gut in ihrem Job sind und dann von ihnen lernen. Das ist übrigens eine indirekte Anfrage auf ein Praktikum bei dir (lacht). Solange es mir Spaß macht, würde ich aber auch beim Fußball bleiben, weil ich weiß, dass ich mich damit gut auskenne und gut darin bin.

FERDINAND HERFELDT: Also für deine Praktikumsanfrage kann ich dir jedenfalls schon mal eine Zusage geben (lacht). Danke dir Jonas für das unterhaltsame und spannende Gespräch.

 JONAS MEFFERT: Ich danke dir, Ferdinand!

 

Credit Foto Jonas Meffert: imago images / Claus Bergmann