Interview mit Marco Prestin zum Thema Absicherung und Vermögensaufbau

Mit Marco Prestin, Geschäftsführer der Dieter Prestin Sportversicherungsmakler GmbH, sprach ich diese Woche über die Themen Absicherung und Vermögensaufbau für Profisportler. Zudem gab er mir einen Einblick in seine Arbeit und wie er selber zum Thema Vermögensaufbau steht.

FERDINAND HERFELDT: Hallo Marco, du hast selber früher beim 1. FC Köln in der Jugend Fußball gespielt. Wie verlief deine Fußballkarriere?

MARCO PRESTIN: Das ist korrekt. Ich habe dort einige Jahre gespielt u.a. mit Podolski, Sinkiewicz, Kessler usw. und möchte diese Erfahrung absolut nicht missen. Das Ziel war natürlich, den Sprung in den Profibereich zu schaffen. Leider kam es verletzungsbedingt anders – ein Schien- und Wadenbeinbruch hat mich komplett aus der Bahn geworfen. Nach einer längeren Pause stand ich vor der Wahl, ob ich alles auf die Karte Fußball setze oder mich auf das Abitur konzentriere. Nun habe ich zwar keine Millionen auf dem Konto, dafür aber einen ordentlichen Abschluss.

FERDINAND HERFELDT: Beim Fußball ging es bei dir also aufgrund einer Verletzung irgendwann nicht mehr weiter. Was machst du heute beruflich?

MARCO PRESTIN: Mein Vater hat nach seiner Fußballkarriere den Weg zum Sportversicherungsmakler eingeschlagen und da ich quasi damit aufgewachsen bin, bin ich 2008 mit in das Unternehmen eingestiegen. Wir führen das Familienunternehmen mittlerweile partnerschaftlich.

FERDINAND HERFELDT: Wie war es für dich, deinen Traum vom Fußballprofi aufzugeben und wie gestaltete sich der Übergang ins „normale“ Berufsleben?

MARCO PRESTIN: Wenn ich ehrlich bin, ist damals eine Welt für mich zusammengebrochen. Ich bin quasi seit der Geburt mit dem Fußball aufgewachsen und habe in meiner Freizeit nichts anderes gemacht, als mit dem Ball rumzulaufen und ich denke, das gar nicht mal so schlecht. Ob es für die Bundesliga gereicht hätte, weiß ich nicht. Da gehört neben viel Arbeit auch teilweise Glück dazu, aber 2. und 3. Liga hätte ich mir definitiv zugetraut.

Während der Verletzungspause gingen mir ständig die Gedanken durch den Kopf, wie ich es noch schaffen kann. Parallel dazu stand aber eine weitere OP an, da noch Metall entfernt werden musste. Das ganze hat mich fast ein ganzes Jahr gekostet und das holst du im Bereich B/A Jugend nicht so einfach auf. Somit musste ich Plan B angehen. Ordentlicher Schulabschluss und dann ab ins Berufsleben, bestenfalls im Bereich Sport. Ich habe dann ein Jahr lang bei meinem Vater in der Firma reingeschnuppert und mir gefiel die Kombination aus kaufmännisch, da ich sehr zahlenaffin bin und sportlich, täglicher Umgang mit Profisportlern und Vereinen.

FERDINAND HERFELDT: Aus eigener Erfahrung weißt du, dass eine Verletzung einen Profifußballer aus der Bahn werfen kann. Das ist aber nicht die einzige Gefahr. Welche weiteren Themen hast du bei deiner Arbeit auf dem Schirm?

MARCO PRESTIN: Absolut, im Hobbybereich mit meinen Kumpels habe ich mir dann noch das Kreuzband gerissen und weiß, was tägliche Reha und harte Arbeit bedeuten. Somit ist auch heute noch das Thema einer plötzlich auftretenden Invalidität ein Thema. Natürlich auch während einer längeren Verletzung die Absicherung des Einkommens.

Weitere Risiken gerade bei jungen Spielern in Kombination mit sehr viel Einkommen ist natürlich das Umfeld. Freunde, Frauen oder sogar der eigene Berater müssen genau unter die Lupe genommen werden. Ich habe jetzt in den 11 Jahren so viel mitbekommen, was teilweise sehr sehr traurig und erschütternd ist.

Auf den Sport bezogen ist natürlich auch schon das Thema ,,nach der Karriere“ überaus wichtig. In der relativ kurzen Hochphase bezüglich des Einkommens muss ich mich so aufstellen, dass ich nach der Karriere nicht in ein finanzielles Loch falle, bzw. auf einem perfekten Fundament stehe, um mein Leben danach voll und ganz genießen zu können. In dem Bereich kennst du dich ja bestens aus und hilfst beim Vermögensaufbau.

FERDINAND HERFELDT: Haben viele Fußballer, mit denen du sprichst, bereits über das Thema Absicherung oder ein möglicherweise verfrühtes Karriereende nachgedacht?

MARCO PRESTIN: In der Regel nicht. Es gibt Ausnahmen aber die meisten Jungs sind jung und voll im Saft und denken teilweise sie sind unverwundbar oder es trifft sie nicht.

Meine Aufgabe ist es, gerade diese Jungs auf Risiken zu sensibilisieren.

FERDINAND HERFELDT: Inwieweit spielt auch das Thema Vermögensaufbau bei deiner Arbeit eine Rolle?

MARCO PRESTIN: Es gehört ganz klar mit dazu. Da aktuell schwierige Phasen am Markt sind, ist es noch wichtiger, hier mit Profis zusammenzuarbeiten, die zum einen beim Erhalt des Vermögens Unterstützung bieten und zum anderen dabei helfen das Vermögen zu vermehren.

Im Gesamtpaket gehört die finanzielle Situation mit zur Analyse und Beratung bezüglich der Versicherungssituation.

FERDINAND HERFELDT: Wie sieht es bei dir selber aus? Welche Anlageklassen präferierst du für deinen Vermögensaufbau?

MARCO PRESTIN: Ich verfüge in dem Bereich zwar über Wissen, halte mich aber nicht für einen Experten hier. Ich arbeite dann entsprechend mit Profis wie dir zusammen, die den ganzen Tag nichts anderes machen und alles im Blick haben. Ich persönlich bevorzuge aber Immobilien und Aktien.

FERDINAND HERFELDT: Warum sollte deiner Meinung nach jeder Profisportler einen kompetenten Ansprechpartner in den Bereichen Absicherung und Vermögensaufbau haben?

MARCO PRESTIN: Für mich greift das alles wie Rädchen ineinander. Nur wer rundum gut aufgestellt ist, kann sich voll und ganz auf den Sport konzentrieren und somit Top-Leistung bringen, da man weiß, dass Profis sich um die potentiellen Risiken kümmern.

Und es ist wie überall im Job, wer Top-Leistungen bringt, der schafft automatisch die Reduzierung einiger Risiken.

FERDINAND HERFELDT: Danke dir Marco für deine Zeit und dieses sehr interessante Interview.

MARCO PRESTIN: Habe ich gerne gemacht.