Interview mit Maximilian Wagener

Diese Woche führte ich ein Interview mit Maximilian Wagener. Wir sprachen über den Verlauf seiner Fußballkarriere, seinen heutigen Beruf im Scoutingbereich und welche Rolle für ihn die Themen Vermögensaufbau und Geldanlage spielen.

FERDINAND HERFELDT: Hallo Max, erzähl doch gerne mal zum Einstieg, wie deine Fußballkarriere verlaufen ist. Du hast damals in ganz jungen Jahren bei Bayer 04 Leverkusen angefangen. Wie ging es dann für dich weiter?

MAX WAGENER: Genau, ich bin damals bereits mit 8 Jahren von meinem kleinen Heimatverein nach Leverkusen gewechselt und habe dort die gesamte Jugend durchlaufen. Nach der A.-Jugend habe ich es sogar zum Profivertrag geschafft, mich dann allerdings, aufgrund der schlechten Aussicht auf Spielzeiten in die dritte Liga ausleihen lassen. Dort waren der VfL Osnabrück und die zweite Mannschaft von Mainz 05 meine Stationen. Leider lief speziell das zweite Jahr in Mainz sportlich alles andere als gut, sodass ich nach der Zeit zurück in Richtung Heimat wollte. Hier habe ich dann noch bei der SG Wattenscheid in der Regionalliga gespielt.

FERDINAND HERFELDT: Ab wann war für dich der Fußball mehr als nur ein Hobby?

MAX WAGENER: Bezieht man die Frage nur auf den zeitlichen Aufwand, dann wohl schon mein ganzes Leben lang. Dies ist allerdings nicht negativ, im Gegenteil. Der Fußball hat für mich einfach einen enorm großen Stellenwert, worüber ich sehr dankbar bin. Sicherlich hat man in der Jugend mehr Zeit auf Fußballplätzen verbracht und dafür auf andere Dinge verzichtet, als es die Freunde im gleichen Alter getan haben. Dennoch sind die Erfahrungen für mich persönlich unersetzlich und ich würde nichts eintauschen wollen. Und wenn man am Ende die schöne Redewendung „das Hobby zum Beruf gemacht“ anwenden kann, darf man sich sehr glücklich schätzen.

FERDINAND HERFELDT: Was waren deine bisher schönsten Erfahrungen im Fußball?

MAX WAGENER: Sportlich betrachtet ganz klar der Einsatz im Viertelfinale der UEFA Champions League für Bayer 04 im Parc des Princes in Paris. Aber auch sonst sind viele schöne Erfahrungen hängen geblieben. Ich erinnere mich da gut an Reisen nach Katar oder Süd-Korea. Orte, die ich ohne den Fußball wahrscheinlich noch nicht gesehen hätte. Was für mich zudem immer in Erinnerung bleibt, sind die Jungs, die man durch den Fußball kennenlernt. Dort sind Freundschaften entstanden, die bis heute anhalten.

FERDINAND HERFELDT: Welchem Beruf gehst du heute nach und was sind dabei deine Aufgaben?

MAX WAGENER: Als es für mich sportlich nicht mehr so lief, wie es laufen sollte, habe ich für mich den Entschluss gefasst, mehr Wert auf mein Studium und meine berufliche Laufbahn zu legen. Ich habe parallel zum Fußball ein Studium im Bereich Sportbusiness-Management abgeschlossen. Nebenberuflich habe ich noch angefangen im Scouting zu arbeiten. Dort bin ich auch heute noch für eine große Berateragentur tätig. Zu den Aufgaben zählen u.a. Analysen des eigenen Bestandsportfolios, Einschätzungen zu aktuellen Spielleistungen und die Bearbeitung verschiedener Projekte. Ein Schwerpunkt von mir liegt zudem auf dem Südamerikanischen-Markt, genauer gesagt in Brasilien.

FERDINAND HERFELDT: Aus deiner heutigen Perspektive: Welche Voraussetzungen muss deiner Meinung nach ein Spieler mitbringen, um es bis in die Profiligen im Fußball zu schaffen?

MAX WAGENER: Das ist eine gute Frage. Der heutige Fußball ist extrem athletisch und dynamisch. Um es bis nach ganz oben zu schaffen, braucht man gewisse Grundvoraussetzungen in diesen Bereichen. Zudem natürlich eine überdurchschnittliche Portion an fußballerischem Talent. On-Top kommt dann noch der eigene Kopf und die persönliche Einstellung. Wie sehr will ich es, was bin ich bereit zu opfern, schaffe ich es, mich immer wieder zu quälen, um die nächsten Schritte zu gehen. Ein Patentrezept gibt es allerdings nicht.

FERDINAND HERFELDT: Gab es Phasen während deiner Karriere, in denen du dich mit der Zeit nach der Fußballkarriere oder einem abrupten Ende aufgrund einer Verletzung beschäftigt hast?

MAX WAGENER: Die gab es. Wie bereits gesagt, habe ich mich frühzeitig damit befasst, was nach der aktiven Karriere passieren kann. Da der sportliche Erfolg nicht so gegeben war wie erhofft, war der Ansatz für mich klar: Wenn ich es nicht (sportlich) dauerhaft in die erste Liga schaffe, dann möchte ich es beruflich gesehen dorthin bringen und meinen Job auf diesem Niveau ausüben. Es gab auch eine Phase, wo ich in kurzen Abständen mit mehreren Verletzungen am Sprunggelenk zu kämpfen hatte. Ich würde jedoch nie behaupten, dass Verletzungen der Grund dafür sind, weshalb es am Ende des Tages doch nicht funktioniert hat.

FERDINAND HERFELDT: Inwieweit haben während deiner Karriere die Themen Vermögensaufbau und Geldanlage eine Rolle gespielt?

MAX WAGENER: In der Nachbetrachtung habe ich mich damit zu wenig befasst. Bei mir sind diese Themen erst vor ein paar Jahren aufgrund von persönlichem Interesse aufgetreten. Dennoch würde ich jedem empfehlen, sich frühzeitig mit diesen Themen zu beschäftigen. In diesem Zusammenhang würde ich mich dann allerdings an fachliche Experten, wie du es bist, wenden.

FERDINAND HERFELDT: Welche Anlageklassen findest du besonders interessant und mit welchen hast du bereits Erfahrung?

MAX WAGENER: Für mich sind momentan besonders die Anlageklassen Aktien und Immobilien attraktiv. Dies sind auch die Bereiche, mit denen ich mich schon aktiv befasse. Darüber hinaus versuche ich, mich auch mit den anderen Möglichkeiten zu beschäftigen, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

FERDINAND HERFELDT: Für wie wichtig hältst du einen frühzeitigen Vermögensaufbau bei einem Profifußballer?

MAX WAGENER: Fußballer haben das Privileg, hohe Summen verdienen zu können. Es ist wichtig zu wissen, was man mit diesem Geld anfangen kann. Dies betriff gerade auch Spieler, die im gesellschaftlichen Vergleich überdurchschnittliche Summen verdienen, allerdings nicht auf dem Niveau der Top-Bundesligaspieler. In diesen Fällen halte ich es für besonders wichtig, die Möglichkeiten zu kennen, da eine sportliche Karriere endlich ist. Im Idealfall kann man so die Weichen für ein finanziell unabhängiges Leben stellen.

FERDINAND HERFELDT: Danke dir Max für das Interview.

MAX WAGENER: Gerne.

 

Foto: Credit: imago images / Uwe Kraft