Interview mit Michael Clemens

Ich interviewte Michael Clemens. Er spielte lange Zeit für den 1. FC Köln und danach für den 1. FC Kaiserslautern. Mit ihm sprach ich  über die Leidenschaft für den Fußball, über Verletzungspech und die Zeit nach der Fußballkarriere.

FERDINAND HERFELDT: Hallo Micha, dein gesamtes Leben hast du mit dem Fußball verbracht. Was begeistert dich an dieser Sportart?

MICHAEL CLEMENS: Schwer zu sagen, eigentlich alles an diesem Spiel. Wie man sowohl als Spieler als auch als Trainer mit kleinen Handlungen enormen Einfluss nehmen kann. Die Stadien, die Fans. Der Zusammenhalt der dadurch entsteht. Sind viele Faktoren.

FERDINAND HERFELDT: Du selber hast auch eine Zeit lang hoch Fußball gespielt. Wie sah dein Karriereweg aus?

MICHAEL CLEMENS: Ich bin mit 6 Jahren zum FC gewechselt und habe dort bis zur U23 alle Jugendmannschaften durchlaufen. 2016 habe ich mir im Spiel bei Viktoria Köln das Kreuzband gerissen und bin im folgenden Sommer aus unterschiedlichen Gründen dann in die U23 vom 1.FC Kaiserslautern gewechselt. Die Zeit dort begann top, habe mir dann am 2. Spieltag aber erneut das Kreuzband gerissen und bin damit 9 Monate ausgefallen. Kurz vor der Rückkehr auf den Platz wurde ich erneut am Innen- und Außenmeniskus operiert, wodurch ich erneut 5 Monate kein Fußball spielen konnte. Dennoch wurde mein Vertrag nochmal verlängert, im Sommer `19 war für mich dann nach mehreren Folgeverletzungen Zeit zu sagen „das reicht“.

FERDINAND HERFELDT: Ab wann wurde Fußball für dich zum Beruf? Sprich ab wann wurde es so professionell, dass man nicht mehr ausschließlich vom Hobby sprechen kann?

MICHAEL CLEMENS: Zum Beruf wurde es eigentlich erst, als die Schule beendet war. Professionell wurde es jedoch sehr früh schon, mit 14 gab es dann durch sogenannte Förderverträge die ersten Aufwandsentschädigungen. Ab der U12 wurde schon 4x die Woche trainiert, ab der U15 dann 6x die Woche und die Bedingungen waren immer hervorragend. Das macht man natürlich nicht nur aus Hobby, sondern weil man mit dem Sport, den man liebt, erfolgreich sein will.

Ferdinand Herfeldt: Mehrere Verletzungen haben deinen ganz großen Durchbruch verhindert. Wie bist du damit umgegangen? War der Prozess schleichend und du konntest dich mit der Zeit damit beschäftigen oder gab es ein konkretes Ereignis womit von jetzt auf gleich Schluss war?

MICHAEL CLEMENS: Der zweite Kreuzbandriss war schon ein Moment, wo ich dachte, jetzt ist es vorbei. Trotzdem habe ich das Vertrauen und den Zuspruch vom FC Kaiserslautern, meiner Familie und meinem Berater gespürt und habe die Reha erneut durchgezogen. Nach der dritten OP, bei der aus einer geplanten 6-8 Wochen Reha aber 5 Monate worden, habe ich gemerkt, dass mein Knie dieser Belastung nicht mehr Stand hält. Dennoch habe ich in der Rückrunde nochmal viel spielen können, durch die vielen Folgeverletzungen aber dann endgültig den Schlussstrich gezogen.

FERDINAND HERFELDT: Auch aufgrund deiner Erfahrung mit Verletzungen und dem frühzeitigen Karriereaus. Für wie wichtig hältst du es für Fußballer, sich in diesem Zusammenhang frühzeitig ein finanzielles Fundament aufzubauen?

MICHAEL CLEMENS: Extrem wichtig. Als Fußballer hast du auch, wenn du von Verletzungen verschont bleibst, vielleicht 16 – maximal ca. 20 Jahre Zeit Geld zu verdienen. Danach musst du ausgesorgt oder vorgesorgt haben.

Ferdinand Herfeldt: Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland investiert nicht in Aktien. Sie vergibt damit die Chance, sich ein größeres Vermögen aufzubauen. Wie stehst du zu dem Thema Aktien?

MICHAEL CLEMENS: Oft mit beschäftigt. Oft aber auch von negativen Ereignissen Kenntnis genommen und daher nie so wirklich zum Thema für mich als Anlage gemacht. Mittlerweile stehe ich durch deine professionelle Beratung dem Thema aber positiv gegenüber.

FERDINAND HERFELDT: Hältst du es für wichtig, dass ein Fußballer sein Vermögen auf mehrere Assetklassen, sprich Immobilien, Aktien und unternehmerische Beteiligungen streut?

MICHAEL CLEMENS: Ja sehr, weil er sich somit einen deutlichen Vorteil verschafft. Er bringt damit eine gewisse Streuung in sein gesamtes Portfolio und kann sein Risiko dadurch deutlich minimieren. Extrem wichtig sind dort aber die Berater auf den unterschiedlichen Ebenen. Wenn man da keinen Ansprechpartner hat, dem man vertraut, sollte man die Finger eher davonlassen.

FERDINAND HERFELDT: Damals haben wir beide in der Jugend gegeneinander gespielt. Du für den 1. FC Köln und ich für Bayer 04. Das waren immer sehr intensive Spiele muss ich sagen. Heute spielen wir gemeinsam beim SV LöWi hier in Köln. Was machst du sonst noch nebenher?

MICHAEL CLEMENS: Früher habt ihr gegen uns meist den Kürzeren gezogen, jetzt bei LöWi wirst du dann auch endlich mal ein paar Spiele gewinnen (lacht). Ich bin mittlerweile beim 1.FC Köln in der U19 als Spielanalyst tätig und werde mich ab Januar `20 meinen Trainerscheinen widmen.

FERDINAND HERFELDT: Danke dir Micha für das sehr kurzweilige und interessante Interview!

MICHAEL CLEMENS: Gerne mein Lieber!