Interview mit Philipp Max vom FC Augsburg

Mit Philipp Max sprach ich über seinen Weg in den Profifußball, seine neu gegründete Firma und darüber, wie wichtig ein frühzeitiger Vermögensaufbau für die Zeit nach der aktiven Karriere ist. 

FERDINAND HERFELDT: Hallo Philipp, wie sah dein Weg in den Profifußball aus? Du bist in ganz jungen Jahren bereits beim TSV 1860 München gelandet. Wie ging es dann weiter?

PHILIPP MAX: Genau, ich habe schon als Kind immer den Traum gehabt Fußballprofi zu werden, weil mein Vater auch Profifußballer war. Ich habe dann mit 10 Jahren bei 1860 München in der Jugend angefangen. Dafür musste ich aber erstmal ein langes Probetraining absolvieren und wurde dann letztendlich übernommen. Nach vier Jahren in der Jugend war es immer noch mein Traum, Fußballprofi zu werden und ich bin schließlich zum FC Bayern München in die Jugend gewechselt. Dort war ich dann drei Jahre und danach bin ich zum FC Schalke 04 gegangen. Bei Schalke habe ich dann zwei Jahre in der U19 und zwei Jahre in der zweiten Mannschaft gespielt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch meine ersten Arbeitsverträge bei einem Fußballverein. Nachdem ich dann meine erste Zeit im bezahlten Fußball verbracht habe, war ich für ein Jahr beim Karlsruher SC, womit ich auch fast den Bundesliga-Aufstieg erreichen konnte. Da ist für mich damals nach der verlorenen Relegation gegen den HSV natürlich ein riesen Traum geplatzt. Über den Wechsel zum FC Augsburg bin ich allerdings dann doch noch in der Bundesliga gelandet und spiele hier nun meine 5. Saison.

FERDINAND HERFELDT: Ein steiniger Weg also. Ab wann setzt sich im Kopf denn der Gedanke fest: „Ich kann irgendwie ganz gut kicken. Ich möchte unbedingt Fußballprofi werden“? Wenn der erste Vertrag bereits in jungen Jahren vor der Tür steht? Oder vielleicht schon eher?

PHILIPP MAX: Für mich war es irgendwie immer schon ein Traum und auch das Ziel Fußballprofi zu werden. Ich habe dann natürlich auch in meiner Jugendzeit gemerkt, dass ich ständig Fortschritte mache und mich weiterentwickele. Es gab aber auch ganz klar Zeiten in der Jugend, wo das Fußballspielen nicht mehr so leichtgefallen ist, aber solche Phasen gehören auch einfach dazu. Spätestens dann aber ab der A-Jugend, wo ich meinen ersten Jugendvertrag unterschrieb, habe ich mich vollkommen darauf fokussiert, dass ich es im Fußball bis in die Bundesliga schaffen möchte und auch kann. In den jungen Jahren lag mein Fokus eher darauf, einfach mit meinen Freunden Fußball zu spielen. Mehr war das eigentlich noch nicht. Also wirklich realisiert, dass ich das schaffen kann und möchte war so ungefähr im Alter von 17/18 Jahren.

FERDINAND HERFELDT: Was macht deiner Meinung nach den Unterschied aus, ob es ein junger Spieler in den Profibereich schafft oder nicht? Welche Voraussetzungen muss er mitbringen?

PHILIPP MAX: Ich glaube, dass es ganz viele Komponente sind, die am Ende darüber entscheiden. In der Jugend war es oft das Thema, dass die Jungs einfach Talent brauchen. Meiner Meinung nach ist das Talent aber einfach die Grundvoraussetzung dafür, dass man erstmal dabei sein darf. Ich glaube am Ende macht es den Unterschied, wie viel du wirklich bereit bist zu geben. Damit meine ich Einsatz insgesamt, was man für seinen Körper tut und wie viel Herzblut steckt man in die Angelegenheit, ohne sich auf seinem Talent auszuruhen. Der Spruch kommt nicht von ungefähr: „Ehrgeiz, Wille und Aufopferung besiegen Talent.“ Ich selber konnte mich dahingehend immer sehr gut einschätzen. Klar wusste ich, dass ich das Talent definitiv mitbringe, aber ich war nie so hochtalentiert wie ein Leroy Sané, wenn ich jetzt mal nur beim FC Schalke bleibe, oder Max Meyer oder Julian Draxler mit dem ich da noch zusammengespielt habe. Ich musste immer mehr investieren, als die anderen, um es dann unterm Strich in die Bundesliga zu schaffen. Natürlich gehört aber auch ein vernünftiges Umfeld dazu. In meinem Fall habe ich einfach ein familiäres Umfeld, dass mir nie irgendwie Druck gemacht hat. Da habe ich ganz andere Fälle kennengelernt, bei denen die Eltern dann natürlich auch daraufgesetzt haben und hoffen, dass der Sohn mit seinem Job auch die Familie mitversorgen kann. Das kann einen jungen Menschen natürlich extrem unter Druck setzen. Insgesamt gehört aber auch eine ordentliche Portion Glück dazu, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist. Sprich, dass du zur richtigen Zeit auch gute Spiele machst und das war in meinem Fall glücklicherweise auch in den entscheidenden Momenten gegeben.

FERDINAND HERFELDT: Spätestens mit dem ersten Jugendvertrag fließt das erste Geld. Das haben wir beide ja bereits in jungen Jahren erleben dürfen. Heutzutage befinden sich die Gehälter auch im Jugendbereich in anderen Dimensionen als zu unserer Jugendzeit. Daher die Frage: Inwieweit wird ein Spieler auf solch ein Gehalt vorbereitet?

PHILIPP MAX: Ich glaube, dass es einzelne Fälle gibt, bei denen das von zu Hause aus bereits ganz gut gesteuert werden kann. Aber im Grunde ist auch ganz klar, dass die Jungs darauf nicht wirklich vorbereitet werden können. In der Schule lernst du sowas jedenfalls nicht. Man ist also eher auf sich alleine gestellt. Ich nehme aber auch wahr, dass es heutzutage eine ganz andere Zeit ist. Zu den Zeiten, in denen mein Vater noch gespielt hat, war es völlig normal, dass man während seiner Profizeit wirklich komplett auf sich alleine gestellt war. Heute versucht man das – ich sage bewusst – durch seriöse Berateragenturen vernünftig zu steuern, damit ein Spieler während seiner Karriere Hilfe bekommt. Es gibt aber auch viele Leute, die Spieler ausnutzen, wodurch dann natürlich ein schlechtes Licht auf die Beraterbranche geworfen wird. Im Großen und Ganzen kann ich aber sagen, dass da wenig Vorbereitungen getroffen werden, um die Spieler auf diese Gehälter vorzubereiten. In der heutigen A-Jugend verdienen die Spieler aber wahrscheinlich auch nochmal das fünffache von dem, was wir damals in dieser Phase bekommen haben.

FERDINAND HERFELDT: Mich selber hat bereits in ganz jungen Jahren der Aktienmarkt und alles, was mit Geldanlage zu tun hat, begeistert. Doch der Profifußball ist besonders im mentalen Bereich extrem fordernd und anstrengend. Wie ist es möglich, sich nebenbei intensiv mit anderen Themen, wie zum Beispiel dem Thema Finanzen, auseinanderzusetzen?

PHILIPP MAX: Ich denke, dass das von Spieler zu Spieler unterschiedlich ist. Ich weiß, dass es einige helle Köpfchen im Fußball gibt, die sich natürlich über Fragen außerhalb des Sports Gedanken machen oder die richtigen Leute fragen, mit denen sie sich austauschen können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige Themen, bei denen sich Fußballspieler auch einfach nicht auskennen. Mir ist es möglich, auch etwas über den Tellerrand zu schauen, da ich versuche, mich in Themen außerhalb des Sports reinzuarbeiten. Ich weiß aber auch, dass ich auf viele Fragen noch keine Antworten weiß und deshalb Menschen um mich rumhabe, die ich fragen kann und die mir dann auch Antworten liefern können. Ich habe zum Beispiel das Glück, dass ich nicht nur über dich, sondern auch über meinen Schwiegervater und meine Frau Ansprechpartner zur Verfügung habe, die mir vor allem im wirtschaftlichen und finanziellen Sinne weiterhelfen können. Das sind Bereiche, die bei mir in der Familie nicht immer ganz oben auf der Agenda standen, da wir eine Familie sind, die für den Fußball gelebt hat und deshalb eher in diesem Bereich ein ausgeprägtes Wissen vorweisen kann. Ich bin aber froh, mit euch allen Top-Ansprechpartner zu haben, die mir bei den außersportlichen Themen weiterhelfen können, da ich meinen Fokus auch in den kommenden Jahren vollkommen auf den Fußball richten möchte, um auch zu schauen, wie weit es unterm Strich für mich im Profifußball gehen kann.

FERDINAND HERFELDT: Wie wichtig ist deiner Meinung nach ein Ansprechpartner für den Bereich des Vermögensaufbaus?

PHILIPP MAX: Natürlich sehr wichtig. Wie ich es eben schon angedeutet habe, sind die Spieler voll und ganz mit ihren Gedanken und ihrer Energie im Fußball. Sie haben dann eben auch wenig Zeit und Lust, sich dann neben dem Fußball, was eigentlich von Nöten ist, mit ihrem Geld zu beschäftigen, weil es dann doch in einer kurzen Zeit sehr viel ist. Deswegen ist es umso wichtiger, einen richtigen, guten und vor allem seriösen Ansprechpartner zu haben, der dann auch aufkommende Fragen direkt beantworten kann. Und ich erwarte einfach auch als Fußballer, dass mein Ansprechpartner mit genau so viel Herzblut seinem Beruf nachgeht, wie ich das tue und da bin ich auch, wie gesagt, bei der PRIVACON super aufgehoben.

FERDINAND HERFELDT: Welche Anlageklassen findest du interessant?

PHILIPP MAX: Neben Aktienportfolios, die ja euer Spezialthema sind, finde ich ehrlich gesagt einige Anlageklassen interessant. Seien es jetzt Immobilien, wo ich auch schon aktiv geworden bin oder auch unser neues Geschäft in Augsburg, der Cryoboost -110°C Kältekammer. Da versuche ich mir ganz klar während meiner aktiven Zeit bereits ein zweites Standbein aufzubauen. Ich versuche also, mich neben meiner Fußballkarriere auch mit diesen Themen zu beschäftigen und bin grundsätzlich erstmal offen für einige Themen und höre mir auch gerne neue Ideen an. Am Ende entscheide dann aber immer ich, ob ich etwas davon umsetzen möchte oder eben nicht. Dafür muss ich dann aber auch vollkommen davon überzeugt sein.

FERDINAND HERFELDT: Die Zeit nach der Fußballkarriere ist quasi die längste im Leben eines Profifußballers. Hast du bereits Pläne, Träume oder Ziele für diese Zeit?

PHILIPP MAX: Darüber habe ich mir persönlich tatsächlich noch keine Gedanken gemacht. Klar hat man ein paar Ideen, aber ich bin momentan noch so fest in meiner aktiven Zeit, sodass ich hoffentlich noch 10 Jahre vor mir habe, wenn der Körper mitmacht (lacht). Es ist aber auch ganz klar, dass ein Fußballspieler nach seiner Karriere so wenig wie möglich verzichten möchte, wie während der aktiven Karriere. Ich denke aber, dass ich mit unserer Kältekammer einen ganz guten Start hingelegt habe. Bin aber wie gesagt auch offen für alles. Mein Traum ist es aber natürlich, im Fußballbereich zu bleiben, weil man diese Leidenschaft nicht von einem auf den anderen Tag beiseite legen kann.

FERDINAND HERFELDT: Vielen Dank Philipp, dass du dir die Zeit für dieses kurze Interview genommen hast.

PHILIPP MAX: Immer wieder gerne Ferdi. Hat Spaß gemacht!